Projekt Salsa4Kids


1. Allgemeines zum Projekt Salsa4Kids

2. Projektträger: Verein „La Gorrita/Vogtland e.V.“

3. Projekt Salsa4Kids

3.1. Motivation und Beweggründe
3.1.1. Interkulturelle Kommunikation
3.1.2. Geistige, körperliche Fitness und Charakterbildung
3.1.3. Dialog der Generationen
3.2. Zielgruppe
3.3. Philosophie und Ziele des Projektes

4. Hintergrund: Salsa als Kulturbotschafter

5. Durchführungsplan

5.1. Kursdauer und -struktur
5.2. Kursniveaus und Kursinhalte
5.2.1. Anfängerkurs
5.2.2. Aufbaukurs
5.2.3. Fortgeschrittenenkurs
5.2.4. Ferienkurse, Workshops und Meetings
5.2.5. Nachbetreuung der Kurse
5.3. Kursgebühren
5.4. Unterrichtsräume
5.5.Tanzlehrer/-innen

6. Ausblick


1. Allgemeines zum Projekt Salsa4Kids

Salsa4Kids richtet sich an Kinder und Jugendliche im Vogtlandkreis. Ziel unseres Projektes ist es, eine nachhaltige Verbesserung von Fitness, eigenem Körperverständnis und Verständnis für kulturelle Vielfalt durch das Tanzen von Salsa, Merengue, Bachata zu erreichen. Die natürlich vorhandene kindliche Neugier sowie angeborener Bewegungsdrang sollen gezielt gefördert werden.

2. Projektträger: Verein „La Gorrita/Vogtland e.V.

Der Verein „La Gorrita/Vogtland e.V.“ (La Gorrita = das Mützchen) und dessen Satzung wurden am 10.05.2009 vom Amtsgericht Auerbach bestätigt. Vereinsvorsitzender und Ansprechpartner des Projektes Salsa4Kids ist Sascha Vrecar.

3. Projekt Salsa4Kids

3.1. Motivation und Beweggründe

3.1.1. Interkulturelle Kommunikation
Unwissenheit ist Ursprung von Misstrauen. Sowohl die Wahlerfolge von rechtsextremen Parteien in einer Reihe von ostdeutschen Bundesländern, verbale und physische Übergriffe auf Ausländer als auch wissenschaftliche Studien und Umfragen zur politischen Kultur in Deutschland belegen, dass rassistische Einstellungen und Fremdenfeindlichkeit nicht als gesellschaftliches Randphänomen betrachtet werden können. So sind nach den Ergebnissen des „Thüringen-Monitors 2006“ – einer von Wissenschaftlern der Universität Jena seit 2000 alljährlich erstellten sozialwissenschaftlichen Studie – zirka 40 Prozent der Ostdeutschen (exemplarisch vertreten durch Thüringen) als ausländerfeindlich zu charakterisieren.
Diese Ergebnisse unterstreichen die Notwendigkeit, Vorurteile und Stereotype gegenüber ausländischen Mitbürgern, deren Ursachen nicht nur, aber auch im mangelnden Alltagskontakt zu fremden Kulturen zu suchen sind, abzubauen.

3.1.2. Geistige, körperliche Fitness und Charakterbildung
Alarmiert durch fundierte Untersuchungen über die schwindende Fitness von Kindern und Jugendlichen, möchten wir mit unserem Projekt Salsa4Kids eine Alternative zur bisherigen Freizeitgestaltung anbieten. Laut einem Artikel der Süddeutschen Zeitung (2003) z.B., ist der Anteil der Jungen mit Koordinationsstörungen seit 1997 von 10,3 auf 16,1 % in 2002 angestiegen (Mädchen von 3,7 auf 7,2 %).
Bekanntlich „wohnt in einem gesunden Körper ein gesunder Geist“ – doch leider ist zu befürchten, „dass im hektischen Reagieren auf die PISA-Studie, die vorschulische Bewegungserziehung in den Kindergärten und im Sportunterricht in den Schulen, zugunsten der Betonung intellektueller Leistungen in den Hintergrund gedrängt wird“. Gerade deshalb gewinnt unser Projekt Salsa4Kids an besonderer Bedeutung.
Ferner wollen wir unserer Zielgruppe mit Salsa4Kids eine Form des nondominanten Sports zeigen. Beim Salsatanzen geht es nicht darum, andere zu besiegen, sondern mit anderen zu harmonieren. Durch die Medien wird nur allzu oft suggeriert, Idealen zu folgen, welche sich leider nur auf Oberflächlichkeiten begründen. Wir wollen den Kindern und Jugendlichen mit unserem Projekt zeigen, ihre eigene innere Schönheit zu finden und sich nicht verkonsumieren zu lassen.

3.1.3. Dialog der Generationen
Unserer Ansicht nach sind Negativphänomene wie „Flat rate und Komasaufen“ darauf zurückzuführen das die Generationen kaum noch Berührungspunkte haben und sich dadurch entfremden. Salsatanzen ist ein wunderschönes Erlebnis, egal welchen Alters. So treffen sich auf Salsatanzveranstaltungen z.B. Menschen jeden Alters. Wir möchten mit Salsa4Kids schon im Kindes- und Jugendalter den Grundstein zur Dialogführung zwischen den Generationen legen.

3.2. Die Zielgruppe

Zentrale Zielgruppe, die mit dem Salsaprojekt angesprochen werden soll, sind Klein- und Schulkinder sowie Jugendliche. Diese möchten wir vordergründig über die öffentlichen Einrichtungen erreichen.
Gerade Kindertagesstätten und Schulen leisten bei der Prägung grundlegender ethischer und bewegungsorientierter Einstellungen, im Rahmen der persönlichen Entwicklung von Kindern und jungen Heranwachsenden, einen entscheidenden Beitrag. Jenseits einer eng gefassten Wissens-vermittlung besitzen diese Einrichtungen die Chance, Menschen in noch jungem und aufgeschlossenem Alter im Umgang mit anderen Kulturen, neue Denkansätze und Einsichten zu vermitteln, die an diese, in der heimischen Umgebung, unter Umständen nie oder nur oberflächlich herangetragen werden.

3.3. Philosophie und Ziele des Projekts

Der Salsa, in dem, wie in kaum einem anderen Tanz die wechselseitige Inspiration und Verschmelzung verschiedenster kultureller Traditionen zum Tragen kommen, ist hierfür ein besonders prädestiniertes Erfahrungsfeld. Unter fachmännischer Anleitung der Tanzlehrer des Projektträgers können die Kinder einen ersten Einblick in die Technik, die Geschichte und das Bewegungsgefühl dieses schwungvollen Tanzes und „Kulturträgers“ gewinnen. Salsa ist darüber hinaus ideal dazu geeignet, in spaßbetonter und lockerer Atmosphäre der körperlichen Fitness und der Ausbildung von motorischen Fähigkeiten der Kinder Vorschub zu leisten. Der Tanzsport stellt dabei nicht nur eine mögliche Antwort auf einen Mangel an Bewegung und körperliche Fehlbelastungen dar, er ist zugleich ein passender Ausgleich zu den in der Schule und Kita zuvorderst abverlangten kognitiven Anforderungen.
Neben dem Tanzunterricht an den Schulen sieht das Salsa4Kids weitere Veranstaltungen vor, die die am Projekt beteiligten Schulen/Kitas untereinander in Kontakt bringen. Geplant sind hierbei zum Beispiel gemeinsame Tanzwettbewerbe, Workshops oder auch Filmbeiträge.
Auf diese Weise wird die Zusammenarbeit der Schulen entlang eines konkreten Projekts unterstützt. Zugleich werden aber auch Anknüpfungspunkte für den wechselseitigen Austausch und die Ausbildung von längerfristigen Netzwerkstrukturen geschaffen.
Das Salsaprojekt als Ganzes verfolgt mit seiner Vielfalt an Aktionen nicht zuletzt das Ziel, ein Signal der Toleranz und der Bereitschaft zum interkulturellen Dialog an ausländische Mitbürger, an internationale Gäste und an eine breite Medienöffentlichkeit auszusenden.

4. Hintergrund: Salsa als Kulturbotschafter

Salsa mit seinen vielfältigen kulturellen Wurzeln verbreitet sich in den letzten Jahren als neuer „Modetanz“ immer stärker in Europa. Es handelt sich dabei um ein zeitgenössisches urbanes Musikphänomen vergleichbar mit Jazz oder Rock. Der Tanz hat - wie viele andere Tänze - seine Wurzeln auf dem afrikanischen Kontinent. Afrikanische Sklaven brachten ihre Rhythmen nach Amerika, wo sie sich unter Einflussnahme verschiedener musikalischer Komponenten weiter entwickelten. Diese waren von Anfang an zum Tanzen konzipiert.
„Salsa“, zu Deutsch „Sauce“, enthält eine Mischung mehrerer musikalischer und tänzerischer Komponenten. Salsa-Musik und Salsa–Tanz bilden daher eine untrennbare Einheit.
Mit der Bewegung der hispanoamerikanischen Migranten verbreitete sich die Salsa-Kultur umfassend in Europa und Asien und genießt seither eine unbestrittene Popularität. Salsa ist heute neben Discofox der populärste Paartanz in Deutschland und wird in verschiedenen Variationen getanzt. Auch hierzulande ist er zu einem Zeichen für Lebensfreude, Offenheit und Akzeptanz gegenüber anderen Kulturen, ja fast zu einer Art Philosophie geworden. Er steht darüber hinaus exemplarisch für die generelle und kulturgeschichtlich bedeutsame Rolle von Tanz und Musik, Menschen, auch über Kulturgrenzen hinweg, zusammen zu führen, Freude zu vermitteln und einen Beitrag zur Verständigung zu leisten.
Für das geplante Tanzprojekt fiel die Wahl vor allem deshalb auf Salsa, da sich in ihm afrikanische, europäische, indianische, asiatische und arabische Einflüsse vermischen und er damit eine Vereinigung zahlreicher musikalischer Tendenzen darstellt. Da Salsa auch von europäischen Einflüssen geprägt ist, fällt es auch den Menschen in Europa leicht, diesen Tanz anzunehmen. Umgekehrt ist es ihnen möglich, durch die Vielzahl der kulturellen Wurzeln des Tanzes einen Zugang zu anderen Kulturkreisen zu finden.

5. Durchführungsplan

Die nachfolgend unterbreiteten Vorschläge zur Umsetzung des Projekts können entsprechend den Bedürfnissen und Rahmenbedingungen der jeweiligen Partnerinstitution, d.h. je nach Schule, Kita, Alter und Können der Kinder, individuell angepasst werden.

5.1. Kursdauer und -struktur:

Für interessierte Kitas und Schulen bieten wir dreimal pro Woche einen nachmittägigen Tanzkurs a’ 90 Minuten (incl. Pause) an. Die optimale Teilnehmeranzahl pro Kurs beträgt 8-10 Paare. Natürlich können Zeitraum und Dauer des Unterrichts bei Bedarf individuell angepasst werden.

5.2. Kursniveaus und -inhalte

5.2.1. Anfängerkurs
Theorie: Kulturgeschichtliche Hintergründe des Salsa (Musik und Tanz)
Praxis: Erlernen von Grundschritten, Rhythmus, Paar-Figuren; Tanz zu langsamer
Musik

5.2.2. Aufbaukurs
Theorie: Kulturgeschichtliche Hintergründe und Informationen zu bekannten Salsa-
Musikern und Tänzern
Praxis: Erlernen von Figuren, Tanz zu schneller Musik; Erlernen von Bachata,
Merengue; Einführung in Rueda de Casino (Salsa in Kreisformation)

5.2.3. Fortgeschrittenenkurs
Theorie: Weitergehende Information zu bekannten Salsa-Musikern und Tänzern
Praxis: Erlernen von Figuren, Tanz zu schneller Musik; Fortsetzung von Bachata,
Merengue; Fortsetzung der Rueda de Casino; Erarbeitung von Choreographien etc.

5.2.4. Ferienkurse, Workshops und Meetings
Der Verein möchte pro Jahr zwei Workshops bzw. Meetings anbieten, um die Schüler zusammen zu führen und einen Austausch zu ermöglichen. Ebenfalls können bei Interesse einzelner Schulen Ferienkurse oder Kurse im Rahmen schulinterner Projektwochen, die individuell an die Bedürfnisse der Schüler angepasst werden, angeboten werden.
Bei solchen Projektangeboten legen wir besonderen Wert auf interkulturelle Zusammenarbeit. Es könnte zum Beispiel in Zusammenarbeit mit ausländischen Mitbürgern ein interaktiver Projekttag mit Tanz, Spiel, Gesang, Diskussionsrunden und landeskundlicher Arbeit angeboten werden.

5.2.5. Nachbetreuung der Kurse
Wir möchten Eltern und Kindern die Möglichkeit bieten, abends via Voicechatplattform Informationen und Erfahrungen auszutauschen bzw. Fragen zu stellen. Hierzu besitzt der Verein einen Ts2 Server, auf welchem bis zu 35 User gleichzeitig kommunizieren können. Damit wollen wir es den Eltern und Kinder ermöglichen in Kontakt zu bleiben, auch ohne weite Fahrwege in Anspruch zu nehmen.

5.3. Kursgebühren

Es werden keine Kursgebühren bzw. Vereinsbeiträge erhoben, um allen Kindern und Jugendlichen die Teilnahme zu ermöglichen. Wir hoffen das Projekt mit freiwilligen Spenden bzw. Sponsoring finanzieren zu können.

5.4. Unterrichtsräume

Die Tanzstunden finden in angemieteten Räumen des Vereins statt.

5.5. Tanzlehrer/-innen

Im Oktober 2005 wurde mit dem ersten Durchgang einer Salsa-Tanzlehrer-Ausbildung begonnen. Zehn Teilnehmer, die nun kurz vor ihrer Abschlussprüfung stehen, werden ihre erworbenen Kenntnisse mit hoher Professionalität weitergeben.

6. Ausblick

Im Zuge einer langfristigen Zusammenarbeit vermittelt La Gorrita interessierten Schulen auch den Kontakt und/oder einen mehrwöchigen Austausch mit Schülern afrikanischer oder lateinamerikanischer Länder (vor allem Süd bzw. Lateinamerkanischen Ländern). Denkbar sind hier ebenfalls die Einrichtung von Internetforen und die darauf gestützte Durchführung gemeinsamer Online-Projekte, bei denen die Schüler je nach Kontaktland mit den Partnern auf Spanisch, Englisch oder Französisch kommunizieren. Dazu ist es notwendig, dass die interessierte Schule über die entsprechenden technischen Voraussetzungen, wie zum Beispiel eine ausreichend große Anzahl an PC-Arbeitsplätzen mit Internetzugang verfügt.
Desweiteren stellen wir uns vor, Tanzlehrer aus den Ursprungsländern des Salsa nach Deutschland einzuladen.